01 Tobias Rüetschi

Titel der Arbeit:

Cool Content, Great Job! (2020)

Materialität:

Spam-Bot, programmiert in Python

Über die Arbeit:

«Cool Content, Great Job!» ist eine gescriptete Performance mit einem Spam-Bot in der Hauptrolle, der YouTube nach neuen Videos durchforstet, um diese mit einem positiven, jedoch ziemlich oberflächlichen Kommentar zu versehen. Das ist eine beliebte Taktik, die eingesetzt wird, um schnell Aufmerksamkeit und neue Follower für einen Kanal zu generieren. Bei diesem Bot steckt aber kein Kanal dahinter, es gibt keinen Catch, sondern positive vibes only. Die Performance endet, sobald der Bot von YouTube wegen verdächtigem Verhalten gesperrt wird.

Über die Person:

Nebst seiner eher musikalischen Praxis beschäftigt sich Tobias Rüetschi (*1993) mit Netzkultur, unter anderem mit den immensen Datenmengen, die von Usern ab- und unabsichtlich online generiert werden. Er erforscht, wie diese auf verschiedene Arten erfahren werden können. Dafür benutzt Rüetschi Programmiersprachen wie Python, JavaScript, C#, Pure Data oder Processing als Werkzeuge und Ausdrucksmittel. Die Konzepte für diese Arbeiten zielen meist auf den überwältigenden Informationsfluss der sozialen Medien und dessen Übersetzung von der virtuellen in die nichtvirtuelle Realität.

02 Manuela Langer

Titel der Arbeit:

Volksbühne (2021)

Materialität:

Holzkonstruktion mit viel Stoff auf einem Aebi TP1000

Über die Arbeit:

Vorhang auf: Die Premiere 2021 findet statt. Auf einer mobilen Bühne, die Halt im Städtli macht. Sie ist bespielbar, ausgestattet mit diversen Requisiten, offen für Improvisator:innen, Künstler:innen, Artist:innen und Talente. Diese Schaubude wird die kulturelle Lücke der jüngsten Zeit verdeutlichen und reflektieren - und Städtligänger:innen mit ihrer aufgestauten Spielfreude unmittelbar ermöglichen, das Kulturleben aufzufrischen.

Über die Person:

Manuela Langer (*1972), aufgewachsen in Berlin, lebt und arbeitet heute in Zürich und Hemberg. Sie studierte an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Mit ihren plastischen und installativen Arbeiten nimmt sie seit 2010 an Gruppen- und Einzelausstellungen in der Ostschweiz und weit darüber hinaus teil.

03 jessica jurassica x daif daif daif

Titel der Arbeit:

Im Tal (2019)

Materialität:

Audioinstallation

Über die Arbeit:

«im tal» ist eine musikalisch umgesetzte Spoken Noise Erzählung, angesiedelt im Appenzeller Hinterland, neu arrangiert als 4.0 Surround Installation (rural dark ASMR / dystopic spoken word).

Über die Person:

Jessica Jurassica (*1993) ist It-Girl, Romanautorin und Performerin. Sie ist im Appenzeller Hinterland aufgewachsen und nach Bern abgewandert. Rapper, Produzent und Multimediakünstler DAIF (*1991) lebt in Frauenfeld. Zusammen sind sie jessica jurassica x daif daif daif. Oder seit dem Pandemiejahr 2020: CAPSLOCK SUPERSTAR.

04 Wassili Widmer

Titel der Arbeit:

Techne (2019)

Materialität:

Video

Über die Arbeit:

Im Werk «Techne» performte eine Gruppe von 15 Performer:innen einen gemeinsamen Score. Jede:r Performer:in drückte eine wichtige Erinnerung durch drei Aktionen aus, welche sich extrem langsam in einem Zeitrahmen von 62 Minuten entfalteten. Der griechische Begriff «Techne» bedeutet angewandtes Wissen und deutet damit Rave als freien Tanz, welcher eine kathartische Form der emotionalen Expression darstellt.

Über die Person:

Der bildende Künstler Wassili Widmer (*1992) behandelt in seiner Praxis mit Techniken der Performance- und Medienkunst die Ikonologie von Erinnerungen kollektiver Körper. Widmer absolvierte den Master of Letters Performance an der Glasgow School of Art und den Bachelor Fine Art an der Zürcher Hochschule der Künste.

05 Attic Kollektiv: Domingo Chaves, Edmée Laurin, Fridolin Schoch

Titel der Arbeit:

Hort (2021)

Materialität:

mixed media

Über die Arbeit:

Aus weggelegtem, inaktivem, schlummerndem Stoff beginnt sich durch ein Gedanke Neues zu formen. Es wächst fragmentarisch weiter in jede Richtung, wird Struktur, Gebilde, braucht und findet Platz, setzt sich fest. Es nimmt Raum ein und Raum weg, besetzt ihn – ersetzt ihn mit Wesen. Als Gast? Als Störenfried? Als Pilz oder als Nest? Gerne gesehen oder bloss geduldet? Und wie lange bleibt es da?

Die Installation «Hort» ist eine Weiterentwicklung der 2016 entstandenen Arbeit «Limited Time Offer». Die in der Öffentlichkeit in Wil gezeigte Fahne aus rissigen Putzlappen wird in Lichtensteig in eine ortsspezifische Aussenskulptur umgewandelt.

Über die Personen:

«Wir vereinen die verschiedenen von uns praktizierten Medien: Malerei, Skulptur und Performance, um fragile und experimentelle Installationen in der Öffentlichkeit zu realisieren. Dabei gilt unser gemeinsames Interesse dem unmittelbaren Eingriff in Architektur und Stadtbild.»

(Alle Künstler:innen *1989)

06 Artur de Sousa

Titel der Arbeit:

ohne Titel (2020/2021)

Materialität:

Öl auf Leinwand

Über die Arbeit:

Grossformatige Triptychon füllen die Schaufenster der Galerie Hadorn. Beide sind neue Werke, die in den letzten Monaten entstanden sind. Eines der Werke entstand aus einer Live Painting Session mit der Musikerin Angie Taylor, das andere ist das jüngste Werk des Lichtensteiger Künstlers und enstand Frühling 2021. Die Hängung lässt einen in die Werke eintauchen. Die eine Malerei erinnert stark an die Blütenpracht im Frühling und die Frische eines neuen Anfangs, während die andere fortzieht in die Ruhe und Erholung eines endenden Jahres.

Über die Person:

Artur de Sousa (*1966) ist ein abstrakter Maler.

07 Aramis Navarro

Titel der Arbeit:

old ode (2021)

Materialität:

Farbe auf Boden

Über die Arbeit:

Auf dem Platz werden die Pflastersteine mit flüssigem Gold einzeln so bestrichen, dass der Schriftzug GOLDENER BODEN lesbar wird. Nach dem Trocknen werden die Buchstaben, wieder weggerubbelt. Die Farbe wird jedoch nicht rückstandlos entfernt, sodass die Buchstaben teilweise noch erkennbar bleiben. Was jedoch lesbar zurück bleibt, sind die Worte OLD ODE, also eine alte Ode – eine Erinnerung. Die Ode als Metapher, für das Feierliche und das Erhabene, das diesem Platz erst den Namen gegeben hat.

Über die Person:

Basierend auf der Auseinandersetzung mit Sprachen, Phonetik und Schrift erzählt Aramis Navarro (*1991) mit meiner Arbeit Geschichten. Er ist fasziniert von allen Aspekten, die bei der Übertragung von Informationen im Zusammenhang mit Sprachen auftreten. Die größte Erfindung der Menschheit ist auf ihre Art so abstrakt, dass sie einen großen Nährboden bietet, aus dem der Künstler Neugier und Ideen schöpfen kann. Angetrieben von diesem unbändigen Forscherdrang schafft Navarro Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen, Installationen, Texte und Sounds, die sich durch Poesie, Humor und einer ungezwungene Leichtigkeit auszeichnen.

08 Jan Georg Glöckner

Titel der Arbeit:

Festival pour les plantes (2021)

Materialität:

Installation

Über die Arbeit:

Aufgrund der momentanen Situation ist dieses Festival nur für Pflanzen. Das musikalische Rahmenprogramm wird tagesaktuell gestaltet. Zur An- und Abreise Ihrer Pflanze bieten wir einen Co2-neutralen, kontaktlosen Shuttleservice im Umkreis von 20 Kilometern um das Festivalgelände. Kontaktieren Sie uns! 

pourlesplantes_at_jan-gloeckner.com

Über die Person:

Jan Georg Glöckner (*1985) ist Künstler und Forscher. Er studierte Visuelle Kommunikation, Bildende Kunst und Medienkunst/Design an der Kunsthochschule Kassel, der Estonian Art Academy Tallinn und der Bauhaus-Universität Weimar. Er forscht an der Zusammenarbeit zwischen Pilzen und Menschen. Seit 2020 ist er Doktorand an der Vilnius Academy of Arts im Bereich der künstlerischen Biotechnologie.

09 Anna Diehl

Titel der Arbeit:

Herr Doktor (2021), Ein bisschen übermütig  (2019)

Materialität:

LED-Röhren, Folie / Öl auf Leinen, 100 x 140 cm

Über die Arbeit:

Die positionierte Pillenpackung erinnert in ihrer Körperlichkeit an sich krümmende, tanzende oder entspannte lebendige Körper. Im abstrakten leeren Raum stellt das Motiv des Medikaments die Grenze zwischen Mensch und Umwelt, Psyche und Gesellschaft bzw. eindeutigem Innen und Aussen in Frage.

Über die Person:

Anna Diehl (*1986) ist in Teufen AR geboren, lebt und arbeitet in Basel. In ihrer Arbeit interessiert sie sich für die Verschränkung von Gesellschaft und Psyche und die daraus resultierenden Ambivalenzen, Sehnsüchte und Abgründe. Sie studierte Soziologie an den Universitäten Basel und Wien und Bildende Kunst am Institut Kunst in Basel und an der Athens School of Fine Arts.

10 H.R. Fricker

Titel der Arbeit:

Steinzeichen (2021)

Materialität:

Steinhäufchen - unbearbeitete Steine

Über die Arbeit:

An vier Orten werden kleine Steinhäufchen aufgeschüttet, die von Passant:innen, mit eigenen, mitgebrachten Steinen erweitert werden können.

Über die Person:

H.R. Fricker (*1947) ist Konzeptkünstler und arbeitet mit Mail Art, Kunst im öffentlichen Raum und Kunst am Bau.

11 Sonja Lippuner

Titel der Arbeit:

Ohne Titel. Zeichnung (2018—2019)

Materialität:

verschiedene Materialien auf Textil

Über die Arbeit:

Das Festhalten von flüchtigen Gedanken und Fragen auf der Suche und dem Erfassen von Raum. Sonja Lippuner gräbt in den Schichten und beobachtet die Metamorphosen. Die Zustände des Handelns und Denkens vermischen sich mit unterschiedlichen Aggregatzuständen der Materialien. Lippuner bewegt  sich  in ephemeren Möglichkeitsräumen, lässt Ballungsmomente entstehen und wieder auflösen. Die Spuren von Zeit lösen sich auf zu neuen Konglomeraten in prekären Zuständen und die Möglichkeiten von Berührungspunkten erweitern sich in der Suche fragiler Annäherungen. In diesen Prozessen entwickeln sich Skulptur, Installation und Malerei in eine zunehmend körperliche Erfahrung. Mal laut mal leise, aber stets in Bewegung. 

Über die Person:

Sonja Lippuner (*1987) ist im Thurgau aufgewachsen und lebt seit zehn Jahren in Basel. Das Studium der Bildenden Kunst hat sie in Basel absolviert. Lippuner arbeitet mit unterschiedlichen Medien, der Skulptur, Installation und Malerei. In den Schichten garbend und suchend nimmt sie immer wieder neue Räume ein.

12 Tomas Baumgartner

Titel der Arbeit:

spot and intention (2021)

Materialität:

Plane, Schrauben, Stein, Hochdruckreiniger

Über die Arbeit:

Die Installation reserviert die Fläche eines Parkplatzes und zeigt einen Zwischenstand von Sauberkeit und Schmutz. Das Werk eröffnet so eine fiktive Handlung mit wenigen Elementen, die einerseits Überreste wie auch Vorbereitungen für Bevorstehendes sein könnten.

Über die Person:

In seiner vorwiegend installativen und skulpturalen Praxis untersucht Tomas Baumgartner (*1990) die Beziehung zwischen Wahrnehmung, Imagination und Erinnerung und die Beziehung zwischen äusseren und inneren Räumen – und wie sie von einander abhängig sind. Oft steht am Anfang einer Arbeit die Auseinandersetzung mit einer räumlichen Erfahrung. Baumgartner interessiert der Punkt, an dem die physischen und die psychischen Räume ineinander übergehen oder beginnen in eine wechselseitige Beziehung zu treten. Bei vielen Arbeiten sucht der Künstler nach dem Moment, in dem die Imagination zur Erweiterung der räumlichen Wahrnehmung wird. Ihn interessiert die psychologische und emotionale Begegnung des Rezipienten mit der Arbeit und er glaubt, dass sie sich erst dort tatsächlich vervollständigen kann.

13 Silke kleine Kalvelage

Titel der Arbeit:

DOWN THERE (2021)

Materialität:

Sound-Installation

Über die Arbeit:

Silke kleine Kalvelage (*1985) hat während ihrer Zeit in der Dogo Residenz angefangen in Lichtensteig und Umgebung Erde zu sammeln. Sie ist fasziniert von der Vielfältigkeit des Bodens und möchte mehr über sie erfahren. Aus der Beschäftigung mit den verschiedenen Erden ergeben sich Beziehungen zu Orten, Menschen und Landschaften. Kleine Kalvelages‘ künstlerische Arbeit befindet sich ständig im Prozess. In Bewegung, wie eine Kugel. Für die Arbeit «Down there» hat die Künstlerin die Tiefgarage als Ausstellungsort ausgewählt, weil sie einerseits an eine Murmelbahn erinnert, sich aber auch wie ein Wurm in die Erde hinein windet. Ein Unort, wie das Parkhaus, kann zu einem Ort des Spiels und der Resonanz werden. Imagination der Vielen.

Über die Person:

Das Thema, das Silke kleine Kalvelages Praxis zusammenhält, sind ökologische Prozesse und unsere Position darin als Menschen. Das Ergebnis kann eine Installation, Fotos, Objekte oder eine Performance sein. In früheren Arbeiten hat sich die Künstlerin mit der Ausbeutung der Natur und ökologischen Problemen beschäftigt. Mittlerweile versucht sie, sich mehr auf positive Ansätze zu konzentrieren.

14 Florian Fuchs

Titel der Arbeit:

Tänzer (2020—2021)

Materialität:

Bronze

Über die Arbeit:

Der Tänzer ist ein Teil des Langzeitprojekts «Emotio — Ratio», dass sich mit der Dualität der persönlichen Identität befasst.

Über die Person:

Florian Fuchs (*1995) ist Steinbildhauer und Grafiker und arbeitet in Valendas.

15 Thomas Fri Freydl

Titel der Arbeit:

Glücksucher (2019)

Materialität:

Stahl

Über die Arbeit:

Auf der Suche nach dem Glück ist es manchmal gut ein Fernrohr zur Hilfe zu nehmen.

Über die Person:

Thomas Fri Freydl (*1961) arbeitet mit Metall, Holz und diversen anderen Materialien und lässt freie Kunst, Bühnenbau und Bühnenbilder ineinander verfliessen mit dem Ziel, etwas sinnliches, nachdenkliches, berührendes oder auch nur etwas lustvolles, spassiges entstehen zu lassen.»

16 Kilian Rüthemann

Titel der Arbeit:

Lift up / Lay down (2005)

Materialität:

mixed media

Über die Arbeit:

Eine Bodycam filmt den Künstler bei der Tätigkeit, sämtliche Schachtabdeckungen eines Stadtgebiets mit blossen Händen aus ihren Rahmen zu heben.

Über die Person:

Kilian Rüthemann (*1979) arbeitet mit alltäglich vertrauten Materialien: Zucker, Salz oder Baustoffen wie Zement, Gips, Beton, Eisen oder Asphalt. In ihrer formalen Einfachheit zeugen die Werke des gelernten Bildhauers von einer umfassenden Kenntnis der Ausgangsmaterialien, deren Eigenschaften und Potenziale Rüthemann mittels der Skulptur, aber genauso in architektonischen Interventionen, Videos und fotografischen Arbeiten befragt.

17 Lucie Schenker

Titel der Arbeit:

Raumzeichnungen (1988)

Materialität:

Eisenstäbe

Über die Arbeit:

Gebogene Metallstäbe werden auf die raue Betonmauer befestigt, und lassen eine grosse Zeichnung entstehen.

Über die Person:

Charakteristisch für die vornehmlich skulpturale Sprache Lucie Schenkers (*1943) ist der Gebrauch von taktilen Materialien, von leichten Textilien über Plexiglas, Plastikfolie und Draht bis hin zu Metallstäben. Die so entstandenen Skulpturen und Installationen wirken oft wie in Auflösung begriffen. Das durchscheinende Licht verleiht den Werken grösstmögliche Transparenz und Leichtigkeit, was ein zentrales Anliegen von Schenkers Kunst ist. Aber auch die umgebende Architektur wird durch ihre schlichten Interventionen in Szene gesetzt.

18 Rahel Kraft


Titel der Arbeit:

SONGWALK (2021)

Materialität:

Plakat, Video, Sound

Über die Arbeit:

1. Gerät auf maximale Lautstärke oder Kopfhörer aufsetzen 
2. Video starten 
3. Die Löwengasse in Lichtensteig rauf und runter laufen, lauschen, singen

song [ein kurzes Gedicht oder Wörter, welche vertont werden oder zum Singen gedacht sind] 

walk [sich in einem gleichmässigen Tempo bewegen, indem jeder Fuss abwechselnd angehoben und abgesetzt wird, wobei nie beide Füsse gleichzeitig in der Luft sind]

Imaginär oder real:  SONGWALK ist eine Einladung zu einem gemeinsamen Klangspaziergang, einem gemeinsamen Moment des Singens. Verbunden durch Vibration, Repetition, summend, mit dem Anderen, der Umgebung, uns selbst. SONGWALK befasst sich spielerisch mit dem Fact, dass wir momentan unsere Münder bedecken und unsere Stimmen durch Stoff gefiltert werden. Es ist eine Einladung im öffentlichen Raum zu singen, als Gruppe, alleine, imaginiert oder auch real. 

Relearning lipreading.
I relate to you.
Relearning connection.
I relate to you.
Relearning circulation.
I relate to you.

Über die Person:

Rahel Kraft (*1984) ist Performance - und Klangkünstlerin. Sie ist in der Nähe vom Bodensee geboren und aufgewachsen. Ihre interdisziplinäre Arbeit befindet sich im Kontrapunkt zwischen Sound, Bewegung und Raum und verschmilzt klangliche Fiktion mit Umweltakustik. Sie arbeitet mit organischen und elektronischen Texturen, visuellen Medien und Worten, oft mittels Prozessen wie konzeptioneller Komposition, Field Recording, Deep Listening und experimentellen Aufnahmetechniken.

19 Elisabeth Nembrini

Titel der Arbeit:

o.T. (2014)

Materialität:

Fahnenstoff, Holz, Beschläge

Über die Arbeit:

Elisabeth Nembrini pflegt eine kleine Sammlung mit Rollen von Einfass-, Schrankpapieren und Stofftapeten. In ihrer Jugend wurde damit das Innere von Schubladen oder die Oberfläche von Regalen überzogen und Schulhefte oder Bücher zum Schutz eingefasst. Die Selbstklebetapeten funktionierten in den 1960er und 1970er Jahren quasi als erschwingliches modisches Innendekorationsmaterial. Drei Motive aus der Sammlung flattern nun vergrössert als Fahnen am Toggenburger Museum.

Über die Person:

«Eine genaue Recherche der Situation ist eines der Merkmale in Elisabeth Nembrinis Vorgehensweise. Ausgehend von gesellschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Phänomenen entwickelt sie vielfach neue Formen der Präsentation: Auf bemalten Glasplatten werden Zeichnungen geritzt und mit einem Hellraumprojektor an die Wand geworfen oder sie lässt Honigbienen für sich arbeiten und verwendet den Wabenbau als Grundlage für eine neue Skulptur». Jordanis Theodoridis, 2021 

Elisabeth Nembrini (*1960) lebt und arbeitet in Berg SG. Sie hat ein Studium an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Luzern absolviert, erhielt etliche Auszeichnungen und realisierte zahlreiche Arbeiten im öffentlichen Raum, wie für das Landwirtschaftliche Zentrum Salez SG, die St. Galler Kantonalbank Heerbrugg SG oder die Universität St. Gallen.

20 Roland Rüegg

Titel der Arbeit:

Aufgetischt (2020)

Materialität:

Ahorn geschnitzt, ø 30 cm / 200 cm, auf Sockel montiert

Über die Arbeit:

Gestapelte Bistrotische aus der Serie «Holz ist Holz ist Holz» von 1999  bis dato. Die Arbeit erinnert skulptural an die Verschiebung der Öffentlichkeit und das Schliessen der Gaststätten während der Pandemie.

Über die Person:

Roland Rüegg (*1964) ist gelernter Steinmetz und Bildhauer und hat in den 80er Jahren angefangen, sich autodidaktisch mit zeitgenössischer Kunst auseinander zu setzen und selber künstlerisch tätig zu sein. Er hat seine Werke an diversen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt und ist Mitglied von Visarteost.

21 Johanna Gschwend

Titel der Arbeit:

hängenlassen (2021)

Materialität:

Turnringe an Galgen

Über die Arbeit:

An einem ausgefahrenen Galgen eines ehemaligen Eisenhandelgeschäftes hängen auf halber Höhe goldene Turnringe, die in ihrer schwarz goldenen Farbigkeit an traditionell geschmiedete Hausbeschriftungen erinnern. Die Installation hängenlassen wurde inspiriert von einer Abbildung der Manessischen Liederhandschrift, in der ein Ritter von seiner Geliebten auf halber Höhe im Seilkorb hängen gelassen und zur Schau gestellt wurde. Am Eröffnungsabend am 1.Juli um 20:00 wird sich ein junger Turner des STV Lichtensteigs an den Ringen hängenlassen und diese Szene aus dem Mittelalter in die Gegenwart holen. 

Über die Person:

Johanna Gschwend (*1990) ist im im Rheintal SG geboren und aufgewachsen, lebt und arbeitet heute in Luzern. In ihren Arbeiten befasst sich Gschwend mit gesellschaftlichen Strukturen, die sie an einem Ort kennen lernt. Ihre Beobachtungen verarbeitet sie weiter in ortspezifische Installationen oder Videoprojekten.

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